Blogbeitrag Musikvideo Selten Xam SchrockWer Weg zum Musikvideo “Selten”

Wie alles bei Xam Schrock brauchen auch die Blogbeiträge ihre Zeit, aber nun ist es soweit!

Wie entstand das Musikvideo zur Single “Selten”?

Die Idee zu dem Song “Selten” ein Musikvideo zu machen kam eigentlich schon vor ein paar Jahren, denn solange liegt der Song in seiner ersten Urversion bereits in der Schublade.
Wobei das nicht ganz stimmt, denn wir hatten das Lied damals (wir machen schon ein Weilchen Musik) bereits unter einem anderen Namen auf unserem mittlerweile inaktiven MySpace-Profil hochgeladen. Dort kam er auch ganz gut an, aber irgendwie fehlte eine konkrete Umsetzungsidee und deshalb wurde das Video auf Eis gelegt und der Song verschwand wieder.

Wie in der Biografie von Xam Schrock zu lesen muss etwas passen (in unseren Augen zumindest) bevor wir etwas an die Öffentlichkeit bringen. Letztes Jahr, als diverse
schicksalhafte Themen in den Medien mehr und mehr präsent wurden, fasste ich den Entschluss das Lied noch einmal zu überarbeiten und das ganze Projekt auch mit Bildern zu
versehen.
Warum bspw. die Berichte über die Flüchtlingsdramatik, der Auslöser waren kann ich gar nicht genau sagen, aber da sich der Song mit den unterschiedlichen Stimmungen im
Alltag auseinandersetzt kam bei mir recht schnell der Gedanke auf:”Warum macht man sich immer so viele Gedanken um Kleinkram, wenn andere Menschen um ihre Existenz
fürchten und gezwungener Maßen ihr Zuhause verlassen müssen.
Eigentlich geht es uns doch ganz gut.” An dieser Stelle sei ein Wort an alle gerichtet, die jetzt Wortfetzen nehmen um daraus bissige Kommentare für die sozialen Netzwerke zu basteln. Es ist “nur” ein Blog (öffentliches Tagebuch), in dem ich unsere Gedanken teile, um darüber einen Bezug zu unserer Musik herzustellen, nicht mehr und nicht weniger.

Nachdem der Song überarbeitet und über einen Kontakt in den USA remastert werden konnte ging die Planung für das Video los und es zeigte sich mal wieder, dass ein gutes
Netzwerk auch in der so oft alternativ anmutenden Musikerszene viel wert ist.
Während eines lustigen Abends in der City von Hamburg wurde mir Alex Holthaus vorgestellt. Dieser, professioneller Video-Producer, hörte sich den Song an und wie das Schicksal es so wollte, kam mal keine Absage sondern ein “Ja, cooler Song! Machen wir!” zurück. Klar wurde es, wie bei so vielen Projekten ohne bspw. einem Major im Rücken, quasi eine Non-Budget-Produktion, aber da Alex in der Gestaltung des Videos völlig freie Hand bekam und das Material auch zweitverwerten kann/darf wurden wir uns
einig und Pizza, Pasta, Döner und co. gingen dann während der Produktionszeit ebenfalls auf den Bon von Xam Schrock.

Eine Musikvideo-Produktion in vielen Bildern

Die Planung sah aufgrund der knappen Zeit und der begrenzten finanziellen Mittel zwei Tage für die komplette Produktion vor – definitiv ein ambitionierter Plan. Konnte der Plan eingehalten werden? Natürlich nicht, aber der gute Wille war immerhin da. Nachdem das Skript, nach einigen Korrekturphasen, stand begannen wir an einem frühen Samstagmorgen die ersten Szenen einzufangen. Dabei stellten wir recht schnell fest, dass sich eine gute Vorbereitung auszahlt, da wir recht schnell im Workflow waren und so auch recht dicht am Skript bleiben konnten. Die Bewegtbilder waren während der
ganzen Zeit auch tatsächlich gar kein Problem. Deutlich kniffliger wurden die Zeitrafferaufnahmen (auch Hyperlapse oder Timelapse genannt). Warum? Um ein Bewegtbild für das menschliche Gehirn/Auge hinzubekommen muss man zwischen 15 und 25 Einzelbildern in einer Sekunde abspielen. Da wir die weit verbreitete Bildfrequenz von 25 Bilder pro Sekunde möglichst hinbekommen wollten galt es für 5 Sekunden Video 125 Einzelbilder zu schießen. Geile Filmtypen kommen jetzt mit Fachbegriffen wie “automatisiertes Dolly-System inklusive Selbstauslöser” um die Ecke, aber das passte leider Gottes nicht in unseren “Finanzierungsplan”. Also auf oldschool Einzelbilder schießen und
nach jedem Bild mit dem Stativ ein festgelegtes Stück weiterrutschen, whoop, whoop…

Wir wollten es ja so, aber da das Ganze doch zeitintensiver war als geplant und uns nach Sichtung des Materials leider etwas Futter für die Auflösung der einzelnen Szenen fehlte, ging es dann eines Abends noch einmal raus in Richtung Hafen und die letzten Shots konnten geknippst werden.

Postproduktion – der Zauberer von “Selten”

Wir hatten das Material beisammen und wer so etwas schon einmal gemacht hat weiß, dass es schon ein ganz cooles Gefühl ist, wenn man weiß, dass der anfängliche Plan auf dem Papier tatsächlich real (deutsch ausgesprochen) wird. Wir wollen das ganze Ding jetzt nicht zu sehr hypen bevor die Filmpros es ggf. noch zerreißen, aber dennoch – yo baby, yo baby yo baby yo, whoop, whoop, Kreisel auf dem Boden…

Der eigentliche Zauber begann allerdings im Postpro-Studio in das mich Alex freundlicherweise einlud und in dem mir das eine oder andere Mal die Kinnlade runterklappte. Wir sind ehrlich, wer denkt, dass die Timelapse-Sachen im Original so aussehen wie sie es jetzt tun, irrt. Im Nachhinein, kein Plan wie Alex manches noch stabilisert bekommen hat, aber er hat es definitiv vorzeigbar hinbekommen, oder nicht?
Dazu muss man sagen, dass wir auf der anderen Seite auch bei mindestens Windstärke 200 und Monsterregen hoch auf den Michel (eines von Hamburgs Wahrzeichen) gefahren sind, dafür dem gewieften Geschäftsmann am Turmeingang sogar noch 20 Taler entrichtet haben (das Geld sei ihm gegönnt. Er hatte außer uns wohl keine weiteren Besucher mehr an dem Abend.) und dann in der Postpro feststellten, dass der gute Alex doch gar nicht so geil ist wie ich hier die ganze Zeit schreibe. Die Bilder waren nicht mehr zu retten aber dafür hatten wir blaue Finger und richtig coole, nasse Mützen am Start. Wet Beanie Style sozusagen (wird sicher mal ein Trend – not) aber genug Blabla.

Alles in allem hat das Video einen ansprechenden Gesamt-Look erhalten, die Zeitraffer brechen ein wenig unkreativ mit dem ewig gleichen Popmusik-Arrangement und liefern für den einen oder anderen Touristen vielleicht noch ganz nette Bilder aus unserer geliebten Stadt.

An dieser Stelle kann ich nur nochmal Danke an Alex sagen und hoffe, dass die fünf Leute die das hier lesen, den Link zum Video (zu unserer Seite) ordentlich in den sozialen Medien verbreiten, damit wir ggf. mal auf zahlungskräftige Unterstützung treffen um einen richtigen “Monsterkracher” produzieren zu können.

Hier geht’s direkt zum Musikvideo “Selten”.
Auf bald und xam-it…